BIOGRAFIE

Ivo Beucker
wird am 27. Juni 1909 in Barmen (heute Wuppertal) geboren. 

Seine ersten Jugendjahre verbringt er in Hagen/Westfalen, bis seine Familie 1920 nach Düsseldorf zieht.

Die Eltern Ingo Beucker und Ella, geborene Bertmann, fördern die Talente des begabten Sohns und lassen ihm und seinem Bruder Ingo (1906- 1990) 
Zeichenunterricht erteilen. Neben seinem Interesse an der Kunst entwickelt der jugendliche Beucker eine Leidenschaft für die Fliegerei. In Düsseldorf und Umgebung lässt er sich zum Segelflieger ausbilden.

Er besucht die Hindenburgschule (heute Humboldt-Gymnasium Düsseldorf), und erwirbt dort 1928 sein Abitur. Aus dieser Zeit stammen auch seine ersten Bildhauerarbeiten.

Beucker lernt zunächst bei einem Steinmetz und studiert ab Ostern 1928 zwei Semester lang an der Kölner Werkschule. Hier lernt er Steinehauen und Bronzegießen. Nebenbei besucht er auch Anatomievorlesungen bei den Medizinern der Kölner Universität. Auch wenn er dort offiziell nicht als Student eingeschrieben ist, so wird er von den Lehrkräften als “Schwarzhörer” akzeptiert.

1929 erhält Beucker ein Stipendium für Motorfliegerei. Er bricht sein Studium an der Werkschule ab und geht nach Berlin. Im gleichen Jahr lernt er dort den Bildhauer Georg Kolbe (1877-1947) kennen, eine Begegnung, die ihn sehr prägt. Es entwickelt sich eine innige Freundschaft zwischen dem angesehenen Bildhauer und dem talentierten jungen Künstler. Im Januar 1930 kehrt Beucker nach Düsseldorf zurück, um für einen Steinmetz zu arbeiten.
Im März 1932 geht Beucker einem Ruf seines Freundes Kolbe folgend wieder nach Berlin, wo er sich ein erstes kleines Atelier gegenüber dem Schillertheater mietet. Ab 1936 studiert er an der Preussischen Akademie der Bildenden Künste in der Meisterklasse für Bildhauerei unter Prof. Richard Scheibe (1879-1949).

1937 lernt Beucker seine spätere Frau, die Schauspielerin Eva Rühle, kennen. Die beiden heiraten 1938 standesamtlich in Berlin-Charlottenburg und kirchlich in der Heilandskirche in Potsdam-Sacrow.

Am 26. Mai 1938 verleiht ihm die Stadt Düsseldorf für die Figur “Lesender Knabe” an der Humboldtschule, Beuckers ehemaligem Gymnasium, den Cornelius-Preis der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Eva und Ivo Beucker erfahren von dieser Ehre per Telegramm auf ihrer Hochzeitsreise in Italien.

Von 1941-1947 ist Beucker Soldat und verbringt fast die letzten drei Jahre in russischer Gefangenschaft. "In der Zeit meiner Gefangenschaft war ich als Klavierlehrer, Anstreicher, Bursche, Tischler, Kunstmaler, Zimmermann, Maurer, Gipsgießer, Modellschnitzer, Landwirt, Klavierstimmer, Dachdecker und Handlanger beschäftigt. Im Lager habe ich mehrere Bühnen gebaut, Kulissen entworfen, gemalt und hergestellt, Gedichte gemacht, Rollen gespielt, Stücke geschrieben und inszeniert und einige Vorträge gehalten.” (Ivo Beucker, persönliche Aufzeichnungen, Frühjahr 1948)

Ende Dezember 1947 kehrt er aus der Gefangenschaft zurück zu seinen Eltern, seiner Frau und seinen Kindern Jens (geboren 1939) und Doris (geboren 1945) nach Düsseldorf. Die Geburt seiner Tochter hatte Beucker nicht erleben können und sieht sie im Alter von zwei Jahren zum ersten Mal.

Im Garten des elterlichen Hauses in Düsseldorf-Oberkassel richtet sich Beucker sein Atelier ein.

Ab 1950 wird er Teilinhaber in der Heizungs- und Lüftungsfirma des Vaters, die er 1955 ganz übernimmt.  Im Jahr 1952 wird Beucker der Georg-Kolbe-Preis in Berlin verliehen.

Ivo Beucker wird Mitglied im Vorstand des “Künstlerverein Malkasten” in Düsseldorf und setzt sich sehr für das kulturelle Leben seiner Heimatstadt ein.

Ivo Beucker stirbt unerwartet am 17. Dezember 1965 im Alter von 56 Jahren in seinem Haus in Düsseldorf. Er wird am 22. Dezember auf dem Friedhof in Düsseldorf-Heerdt beerdigt.

Eva Beucker stirbt 2008 im Alter von 94 Jahren in Düsseldorf.

Seine Tochter Doris Beucker-Tönnes verwaltet zusammen mit ihrem Mann das künstlerische Erbe ihres Vaters.